FROZEN MARGARITAS | fotografische Installation, Film-Stills und Ton-Collage
Galerie am Prater Berlin 1999
Lesung: Uwe Mengel aus KLAGELIED MANHATTAN
siehe auch Eröffnungsrede von Inka Schube unter Texte zur Fotografie




 
 
 
 
 




 
 
 
 







Schriftpaneel Fahr in die Wüste, wenn du Zeit hast. ICH BIN IN DER WÜSTE! / Ich hab manchmal das Gefühl, daß ich wenig gewurzelt bin in der Erde, daß ich mehr so durchschwebe durch Orte und Ereignisse.... / Im Hintergrund hab ich ganz lange noch dieses Bild gehabt mit dem Prinzen. Ich mach so alles und bin auch emanzipiert und mach meine Arbeit, aber irgendwann kommt ER und erlöst mich aus all diesen Schwierigkeiten - selbständig zu sein, Arbeiten und Jobs hinterherzulaufen ... / Ich möchte das eigentlich nicht nachspielen. Ich möchte nur mich in die Situation bringen und sehen, was mit mir passiert. / Get a job, get a check, get your hair cut ! / In der ersten Nacht hab ich so bis 4 Uhr versucht, draußen in der Natur zu schlafen, und da war es so kalt, daß ich dann in unsere Quartiere gegangen bin. / Los Angeles ist so das Zentrum der Krankheit, das „center of disease“, weil ich finde, man sieht hier so´n bißchen, wo Zivilisation hingeht, zum Beispiel mit der neuen Wilderness. Also, daß es hier Orte gibt, wo die homeless leben, wo man nicht mehr hingeht, oder daß es Orte gibt, wo die Gangs leben, wo die Polizei einfach nicht reingeht. Daß sich in diesem zentrumslosen Ort und in dieser Welt, die fast keinen weißen Fleck mehr auf der Karte hat, neue weiße Flecken bilden. / Es ist da ein Mann, der weint und sagt, "du gibst mir ein Leben zurück. Ich habe ja nur noch vegetiert". Und einer, der langsam glaubt, daß ich real bin und nicht ein Sozialtourist, der sich mal an einem NEGER delektiert. Es ist merkwürdig, dieses Wort zu schreiben, das in unserer Kindheit doch so gebräuchlich war. / Living in the street, it can be - the good thing is - in my situation - I´ve been there so long. I´ve seen people come, I´ve seen people die in the street, you know, just come and go. It´s a miracle that I´m still here - and that´s the only good thing about it... / Zu Anfang war es noch leichter, mit den Leuten Kontakt aufzunehmen. Jetzt, wo ich schon schmutziger bin, sind sie weniger geneigt, mir was zu geben, was im Vorgarten liegt oder so. Sie haben Angst und sagen, die streicht hier immer rum. / ... sodaß ich mich immer mehr nach einer Kunst sehne oder eine Kunst machen möchte, die ephemer, flüchtig, also nicht als Objekt zu fassen ist. Es geht um die Aussage, nicht um das Stück selbst. / ... and maybe invite some friends for breakfast and then tea and crumpets! You know - it´s tea-time! It´s better than to say, let´s go to have a piece of crack. / Neben der Drogensucht seit fünfzehn Jahren ist es ja auch eine Bürde, ein Schwarzer in Amerika zu sein - das Gefühl, daß du nichts wert bist, ist so tief in dir eingegraben, daß du es nicht mal lokalisieren kannst... / "Ich wollte mich davonmachen", ist für mich eine ganz normale Bewegungsart. / Seit Montag sind wir nun alleine, mein Hund und ich... / Ich weiß, daß die Entzugsanstalten, die man als homeless kriegt, brutal und hart sind, demütigend, gewalttätig, phantasielos - aber es gibt aus allen Programmen Leute, die es geschafft haben ... und ich bin so pleite, daß ich gar nichts mehr bezahlen kann. / Ein Glück, daß man nicht für immer lebt, nur noch 30 Jahre, was aber, so gesehen, ziemlich lang ist. / Now, in that time of my life, I don´t feel I have to do it... It´s been a few months since I´ve been clean. Since the visit in Germany, it has been an everyday- struggle... / Wie gehabt - wann immer er das Haus verläßt, habe ich keine Ahnung, WAS WER WIE WANN wiederkommt ... !




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